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Mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen durch Kreislaufwirtschaft

Bei der Kreislaufwirtschaft handelt es sich um ein Modell der Produktion und des Verbrauchs von Materialien und Produkten, sowie deren Wiederverwendungsmöglichkeiten, Reparaturmöglichkeiten und Recyclingmethoden. Das Ziel der Kreislaufwirtschaft ist die Verlängerung des Lebenszyklus der Produkte.

Wie die Kreislaufwirtschaft für mehr Nachhaltigkeit und neue Geschäftsmöglichkeiten im Bauwesen sorgen kann

Nach dem Ende der Lebensdauer eines Produktes sollen die Ressourcen und Mineralien in der Wirtschaft bleiben und weiterverwendet werden. Somit sollen die Abfälle auf ein Minimum reduziert werden. Dieses Wirtschaftsmodell steht im Gegensatz zum traditionellen, linearen Wirtschaftsmodell, was auch als „Wegwerfwirtschaft“ bekannt ist.
Weitere Informationen zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in verschiedenen Bereichen finden Sie unter folgendem Link: https://www.solutions.covestro.com/de/branchen/bauwesen
Da die Ressourcen und Rohstoffe immer knapper werden, die Bevölkerung und damit die Nachfrage aber wächst, kann man nicht mehr länger an der Wegwerfwirtschaft festhalten.

Die Bauindustrie ist weltweit einer der größten Verbraucher von Energie und Rohstoffen. Die Gewinnung und Verwendung von Rohstoffen hat starke Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt. Alleine in der EU ist das Baugewerbe für knapp 40% der CO2-Emission und rund ein Drittel der Abfälle verantwortlich. Der Wechsel zur Kreislaufwirtschaft würde somit enorme ökologische Verbesserungen mit sich bringen.

Wieso ist ein Wechsel zu der Kreislaufwirtschaft sinnvoll?

Ganz einfach – die Kreislaufwirtschaft ist gut für den Planeten, den Menschen und das Geschäft! Wenn Sie nicht genau wissen, wo Sie anfangen sollen – hier gibt es eine Inspiration für die ersten Schritte.
Für den Hausbau verwendet man große Mengen an Ressourcen. In Europa entfällt mehr als ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs auf den Bau. Erreichen die Gebäude das Ende ihrer Lebensdauer werden nur rund 40% der Bauabfälle recycelt oder, zum Beispiel für zweitklassige Bauwerke wie Straßen, wiederverwendet.

Es überrascht daher nicht, dass das Bauwesen in den Strategien der europäischen Länder zur Kreislaufwirtschaft am häufigsten vorkommt. Die Umweltverschmutzung durch den Bauabfall soll minimiert werden, indem die Effizienz steigt, Produkte und Materialien wiederzuverwenden. Im Bauwesen umfasst dies alle Schritte, von der Planungsphase über den Bau und die Nutzung bis hin zum Rückbau und Recycling.

Die Vorteile eines Kreislaufkonzepts gehen jedoch weit über den ökologischen Aspekt hinaus. Er kann auch erhebliche soziale und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die Verwendung umweltfreundlicher Baumaterialien wirkt sich beispielsweise positiv auf das Wohlbefinden aus und steigert nachweislich die Produktivität. Durch die Innovation von Geschäftsmodellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erwartet man bis 2025 einen zusätzlichen Weltmarkt von über 600 Milliarden Euro mit einer jährlichen Wachstumsrate von 12 %. Europa wird in dieser Kreislaufwirtschaft mit einem Marktanteil von 240 Mrd. EUR eine führende Rolle spielen.

Welche Vorteile bringt die Kreislaufwirtschaft?

Die Kreislaufwirtschaft führt durch Abfallverminderung und die Wiederverwendung von Materialien zu erheblichen Einsparungen und senkt die Treibhausgasemissionen. Wie Sie hier (https://kreislaufwirtschaft-bau.de/) sehen können, fallen rund 58 Mio. Tonnen Bauschutt an. Diese Zahl lässt sich mithilfe der Kreislaufwirtschaft deutlich verringern. Dadurch sinkt die Umweltbelastung und die Rohstoffversorgungssicherheit wird gesteigert.
Firmen, die zu erneuerbaren Energien und umweltfreundlichen Materialien greifen, sind wettbewerbsfähiger als Unternehmen, die nach der Wegwerfwirtschaft handeln. Durch Nachhaltigkeit steigt die Förderung von Innovation, Wachstum und Beschäftigung z.B im Rahmen neuer Arbeitsplätze und der Steigerung des Bruttoinlandsproduktes der EU. Verbraucher profitieren von langlebigen und innovativen Produkten, die langfristig zu Kosteneinsparungen führen und eine höhere Lebensqualität bieten.

Die Säulen des neuen Ökosystems

Das Bauwesen umfasst eine lange und vielfältige Wertschöpfungskette. Der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft erfordert Partnerschaften in allen Bereichen, sowohl zwischen neuen als auch etablierten Akteuren, um ein völlig neues Ökosystem zu schaffen. Es werden bereits Fortschritte erzielt, und wir haben zahlreiche Beispiele für bahnbrechende Ansätze ermittelt, die zu unserem neuen Marktmodell passen.

  • Etablierte Akteure sind dabei, sich zu diversifizieren: Ein internationales Ingenieurbüro wendet Green Building Design auf städtischer Ebene an, um ein natürlicheres städtisches Umfeld zu schaffen. Ein großes Architekturbüro hat eine neue Tochtergesellschaft für recycelte Baumaterialien gegründet, um der Nachfrage nach „kreisförmigen“ Produkten nachzukommen.
  • Neue Partnerschaften schmieden: Ein führendes Recyclingunternehmen schmiedet wertvolle Partnerschaften durch eine geschlossene Materialrecyclinggruppe. Ihr gehören derzeit etwa 800 Unternehmen an.
  • Einstieg in die Technologie-Start-ups: Eine wachsende Zahl neuer Technologieunternehmen mischt die Baubranche auf. Ein US-amerikanisches Unternehmen hat Dienste entwickelt, mit denen sich der Energieverbrauch in Gebäuden genau verfolgen und steuern lässt, was zu Energieeinsparungen von bis zu 50 % führt. Die IoT-Technologie ermöglicht es einem deutschen Unternehmen, Gebäude zu überwachen und Fehler frühzeitig zu erkennen, um ihre Lebensdauer zu verlängern.
  • Neue Geschäftsmodelle: Die Sharing- und Plattformökonomie hält auch im Bauwesen Einzug. Die flexible gemeinsame Nutzung von Büros kann sowohl für Mieter als auch für Vermieter von Vorteil sein und die Verschwendung von Raum und Ressourcen verringern. In der Zwischenzeit kann ein digitales Hauptbuch für Baumaterialien verhindern, dass diese als Abfall „verschwinden“.
  • Roland Berger: Das Unternehmen hilft anderen Unternehmen, ihre Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima wettbewerbsfähig zu reduzieren.

10 innovative Geschäftsmodelle für eine nachhaltigere Bauindustrie

Die Geschäftsmodelle beginnen bereits in der Planungsphase, wo fortschrittliche Software und umweltorientierte Ingenieur- und Beratungsleistungen die Planung optimieren können. Von dort aus kann ein schnell wachsendes Portfolio an erneuerbaren und recycelten Materialien mit effizienten neuen Bauverfahren wie 3D-Druck und Vorfertigung kombiniert werden.
Die Wiederverwertung von Schlüsselmaterialien in allen Phasen kann die Abfallmenge minimieren. Während des Betriebs können digitale Werkzeuge die Energieeffizienz und Raumnutzung drastisch verbessern und eine intelligente, vorausschauende Wartung ermöglichen, um die Lebensdauer eines Gebäudes zu verlängern.
Am Ende des Lebenszyklus bleiben die Materialien durch Upcycling in Gebrauch.

  1. Green Design: Reduktion des ökologischen Fußabdrucks
  2. Advanced- Design- Software: ermöglicht bessere Planungen, Simulationen und Bemessungen
  3. Erneuerbare Baumaterialien
  4. Recyceltes Baumaterial: führt zur Reduktion des Abfalls
  5. Ressourcen-schonendes Material
  6. Recycling von überschüssigem Material
  7. Energieeffiziente Dienstleistungen: durch smarte Softwarelösungen
  8. Dienstleistungen für gemeinsame Raumnutzung
  9. Verlängerung der Lebensdauer von Gebäuden: durch intelligente und vorausschauende Wartung und Bebauung; zum Beispiel hat die Firma Zoontjens mit dem Pardak®110-System eine innovative Möglichkeit ins Bauwesen integriert. Weitere Informationen in Bezug auf unsere Bemühungen zur Nachhaltigkeit finden Sie hier.
  10. Upcycling von EOL-Material

Wie kann man durch die Kreiswirtschaft Marktvolumen und Gewinnspannen steigern?

Das neue Ökosystem der Kreislaufwirtschaft wird es der Bauindustrie, insbesondere in Europa, ermöglichen, neue Einnahme- und Gewinnquellen mit einem starken Wachstum von bis zu 30 % pro Jahr zu entdecken. Erneuerbare und recycelte Materialien machen jetzt schon mehr als 70% des Marktes für neue Kreislaufbauten aus.

Darüber hinaus werden innovative neue Geschäftsmodelle bis 2025 ein zusätzliches weltweites Marktpotenzial von mehr als 600 Mrd. EUR mit einer zweistelligen Wachstumsrate darstellen. Die Gewinnspannen der einzelnen Geschäftsmodelle werden steigen, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Auf der einen Seite weist das Recycling von überschüssigem Material eine Gewinnspanne von 5-7 % auf, die von recyceltem Baumaterial liegt bei 5-9 %. Auf der anderen Seite sorgen technologische Innovationen für Gewinnspannen von 20-25 % bei ressourceneffizientem Bauen und Upcycling am Ende der Lebensdauer.

Die rasche Einführung digitaler Technologien wird ein erhebliches Wachstum für neue und innovative Kreislaufgeschäftsmodelle bewirken. Man geht davon aus, dass die Modelle, die sich in der Planungs- und Entwurfsphase befinden, zwischen 2020 und 2025 eine CAGR von 20 % aufweisen werden. Modelle, die mit dem Betrieb verbunden sind, werden im gleichen Zeitraum weltweit um 13 % und in der EU um 18 % wachsen. Die bisher weitgehend unerschlossene End-of-Life-Phase wird in den nächsten vier Jahren den größten CAGR aufweisen: 33 % in Europa und 27 % weltweit.

Sechs Faktoren für den Erfolg

Die Einführung eines stärker kreislauforientierten Geschäftsmodells bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten für Unternehmen im gesamten Bauwesen. Um diese zu nutzen, muss die Branche die folgenden sechs Erfolgsfaktoren berücksichtigen:

  1. Überdenken Sie die gesamte Lieferkette: Erfolgreiche Geschäftsmodelle können nur konzipiert und umgesetzt werden, wenn alle Zulieferer der Kreislaufwirtschaft Vorrang vor linearen Ansätzen einräumen.
  2. Betrachten Sie die gesamte Projektlaufzeit: Analysieren Sie die Material- und Energieflüsse während der gesamten Lebensdauer eines Bauprojekts und optimieren Sie die Effizienz.
  3. Schaffen Sie ein kollaboratives Ökosystem: Eine ganzheitliche Transformation kann nur durch die Zusammenarbeit in der gesamten Lieferkette erreicht werden. Investoren, Planer und Bauherren müssen ein Ökosystem schaffen.
  4. Setzen Sie auf digitale Technologien: Innovation und F&E sind die wichtigsten Voraussetzungen für zirkuläre Geschäftsmodelle im Bauwesen.
  5. Entwickeln Sie einen Prozess zur Planung von Geschäftsmodellen: Ein rigoroser Ansatz ist unerlässlich, um sich in diesem Bereich hervorzutun. Bauen Sie die notwendigen Fähigkeiten auf und entwickeln Sie eine Investitionsstrategie, die „Make or Buy“ beinhaltet.
  6. Expandieren und skalieren: Ziehen Sie einen Marktvorstoß bei den vielversprechendsten Kunden in Erwägung und skalieren Sie neu erworbene Fähigkeiten im gesamten Unternehmen, um neue Geschäftsmodelle zu nutzen.

Cirular Economy Konzept der Firma Zoontjens

Die Firma Zoontjens setzt auf Innovation und Nachhaltigkeit. Durch die Nutzung von Flachdächern als Parkplatz sind Betriebe, Büros und öffentliche Gebäude zugänglicher und die Kosten für die Bodenfläche werden vermindert. Zoontjens hat mit ihrem Parkdachsystem ein einzigartiges und umweltfreundliches Konzept erarbeitet und im Bauwesen integriert. Die Parkdächer sind sehr langlebig, wasserdicht, halten extreme Belastung aus und sind einfach in der Wartung.
Aber auch die recycelten Grundstoffe tragen zur Nachhaltigkeit bei. In dieser Infografik erfahren Sie mehr über die nachhaltigen Parkdachsysteme von Zoontjens.

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